Die Qual der Wahl – Die richtige Entscheidung treffen!

„Oh Mann, was soll ich machen? Einerseits hab ich ja gute Entwicklungschancen hier bei uns, aber der neue Job bietet mir viele neue Möglichkeiten im Online-Marketing –  andererseits führe ich dann kein Team mehr…“ .

Das kennst Du bestimmt: Du stehst vor einer Entscheidung, die Du manchmal sehr schnell treffen musst und fühlst Dich hilflos, überfordert. Als Karriereberater und -coach setze ich sehr gerne die unkomplizierte Entscheidungswaage ein. Sie enthält ein paar pfiffige Kniffs, um Dir die Entscheidung zu erleichtern.

So gehst Du vor:

1. Nimm ein Flipchart. Notiere oben das Problem/Thema (z.B. Neuen Job annehmen?).
Unterteile das Blatt in „Pro-Argumente“ auf der linken und „Contra-Argumente“ auf der rechten Seite mit Trennstrich in der Mitte.
2. Dann wirst Du kreativ. Ohne etwas zu bewerten, ohne Unterschied ob wichtig oder unwichtig, schreibst Du brainstormingmäßig jedes Argument auf (aber jedes!), was Dir einfällt. Ordne es der Pro- und Contra-Seite zu.
3. Auf jeder Seite fasst Du die Pro- oder Contra-Argumente zusammen, die vom Sinn her zusammengehören (z.B. „sympathische, offene Kollegen“ und „alle gehen respektvoll miteinander um“ könntest Du in dem Pro-Argument „Freundliches Team“ zusammenfassen).
4. Nimm Dir eventuell jemanden zur Seite, mit dem Du alle Argumente auf der Pro- und Contra-Seite durchgehst: Hast Du welche vergessen?
5. Jetzt stell Dir vor, du hast folgende Gewichte: 1 kg, 3 kg und 5 kg zur Verfügung.  Du ordnest nun jedem der Argumente ein passendes Gewicht zu, je nachdem wieviel es für Dich „wiegt“.
6. Dann zählst Du auf jeder Seite die Kilos der Argumente zusammen: Du bekommst ein klares, transparentes Bild davon, zu welcher Seite sich Deine Entscheidungswaage neigt. Oft ist das Ergebnis sehr eindeutig abzulesen!
7. Falls sie sich als Ergebnis weder zu der einen noch zu der anderen Seite eindeutig neigt, zeigt Dir das, dass Du noch weitere Informationen für Deine Entscheidung brauchst und Du sie Dir noch beschaffen musst. Diese kannst Du dann wieder auf der Pro- oder Contra-Seite hinzufügen und „gewichten“. Zieh dazu ruhig andere Vertrauenspersonen hinzu.

Ich setze diese Methode sehr gerne für unterschiedlichste Themen ein. Sie ist einfach und hat überzeugende Vorteile:

Sie kann Dir helfen, strukturiert an einer Lösung für Dein Entscheidungsthema zu arbeiten und das Ergebnis klar zu visualisieren. Und sie befreit Dich von dem quälenden Gefühl, vorschnell und nicht gut durchdacht eine Entscheidung zu treffen.

Endlich mal wieder reden – Das Mitarbeitergespräch

„Puh, zu viel Arbeit, die Gespräche mussten wir verschieben“, „Ich weiß schon, die machen Sinn, aber kosten einfach zu viel Zeit“, „Echt, so ein Quatsch, wir reden doch eh schon dauernd miteinander“.

Ob Du in einem Fischrestaurant am Hamburger Hafen arbeitest oder in einem großen internationalen Online-Handel. Ob als Chef oder als Mitarbeiter.

Das Mitarbeitergespräch ist Dreh- und Angelpunkt für eine wirksame und gut funktionierende Arbeitsbeziehung. Ebenso für die klare Standortbestimmung: Wo stehe ich denn eigentlich?

Du bekommst wichtige Informationen über erbrachte Leistungen und Problemfelder. Und öffnest Dir den Blick dafür, wie Deine Potentiale gesehen werden – dies als wichtige Voraussetzung für die Entwicklung Deiner weiteren Karriere.

Diese wertvollen Erkenntnisse und Informationen liefern Dir als Chef oder Mitarbeiter Möglichkeiten, das eigene Verhalten neu auszurichten.

Was ist das Gemeinsame an jährlich stattfindenden oder anlassbezogenen Mitarbeitergesprächen (z.B. bei Kritik, Rückkehr aus längerer Krankheit oder Problemen)?

  • Die Vereinbarung von Zeit und Ort für das Gespräch
  • Die planvolle und strukturierte Vorbereitung auf beiden Seiten zu vorab angekündigten Themen
  • Der konstruktive Austausch der Positionen und Erwartungen
  • Das Definieren von realistischen Zielen
  • Das Treffen von einhaltbaren Vereinbarungen

Vielleicht hat Deine Personalabteilung bereits Beurteilungsbögen für strukturierte Mitarbeitergespräche entwickelt? Gut so, das macht alles für Dich viel einfacher.

Damit das Gespräch auf beiden Seiten gut läuft, kannst Du beim Feedback auf folgende beispielhafte Regeln achten:

  • wertschätzendes Verständnis für die andere Position signalisieren, auch wenn sie unterschiedlich und z.T. echt problematisch ist
  • Ich-Botschaften senden („Ich bin verärgert, da meine…“)
  • Positiv bleiben
  • Mehr beschreiben als bewerten – d.h. sachlich bleiben
  • Konkrete Perspektiven oder Lösungen entwickeln

Ein weiterer positiver Effekt der Mitarbeitergespräche kann sein, dass Ihr Euch durch den offenen und ehrlichen Austausch auch menschlich näherkommt. Und Arbeit wieder Spaß macht