Chaotisch und Verpeilt? – Der Wochenplan hilft beim Strukturieren

Das war vielleicht das Krasseste, was ich je in einem Bewerbungscoaching erlebt habe:

Sasha (Name geändert) befindet sich in einem immerwährenden Murmeltiermodus: 16:30 bis 3:00 Uhr gamen bis es kracht – pennen bis 11:30 – gediegenes Frühstück (immer Rührei mit Speck!) – und ab dann so ein bisschen unkontrolliertes Bewerben. Bis 16:30 Uhr und danach …  Das Leben als ewiger Kreislauf von WDHs – wie im analogen Fernsehen.

Konsequenz: Sasha bekam echt nicht viel Sonne ab. Weißer, käsiger Teint. Seine Bewerbungen waren sub-erfolgreich – klaro, er war ja für Personaler auch nur zu ausgewählten Tageszeiten erreichbarr.  Das schon seit 2 Jahren – mit Spuren innerer Vernachlässigung.

Dir geht’s mit Sicherheit nicht so dramatisch! Vielleicht aber doch ein bisschen. Verzetteln und verbummeln macht ja unseren (Arbeits-)alltag oft recht schwierigl

Was hilft da wirklich?

Ich empfehle einen Wochenplan (Montag bis Sonntag). Der hilft Dir, in Deinem beruflichen und privaten Alltag einen roten Faden herauszuarbeiten. Das motiviert ungemein.

Du solltest dabei für jeden einzelnen Tag Dinge definieren, die erledigt werden müssen, sollen oder können. Das betrifft Arbeit, Freizeit, Familie, Sport oder Chillen.

Überlege Dir genau, was für die Woche anliegt. Welche Tätigkeit sollen wann mit welcher Prio (von 1 bis 3) erledigt werden. Diese kannst Du farblich unterschiedlich in Deinem Plan eintragen. Reserviere unbedingt Zeitfenster. Und ganz wichtig: Kalkuliere Zeitpuffer ein.

Beispiel:
Montag mit den Zeitfenstern 9 – 12 Uhr für den Moderationsworkshop und 14:30 bis 17:00 Uhr für den Kundenbesuch Siemens. Der Zeitpuffer zwischen 12:00  und 14:30 Uhr ermöglicht Dir vieles: Vorbereitung, Nachbereitung von Themen und die Gelegenheit zur Mittagspause.

Ganz wichtig: Reserviere Dir ganz bewusst Pausen, z.B. Mittagspause von 13:20 bis 14:00 Uhr.

Bist Du wie ich selbständig, könntest Du Dir auch ganz bewusst einen Tag Homeoffice in den Plan eintragen – das ist gut für den langweiligen Kram, wie Rechnungen schreiben oder Ablage.

Bitte auch Freizeit- oder Familienaktivitäten bewusst und konsequent in den Plan aufnehmen, z.B. Donnerstag ab 19:00 Uhr Essen mit Partnerin. Denn das ist wichtig! Ein Kübel voller Dankbarkeit wird über Dir ausgeschüttet werden, versprochen.

Sogar das Wochenende kannst Du integrieren. Bei mir ist z.B. Sonntagvormittag – wenn nämlich Gott und die Welt pennt –  perfekt für das Schreiben von Blogbeiträgen.

Hast Du den Wochenplan erstellt, druck ihn farbig aus. Halte ihn ein! Am Sonntag kannst Du abhaken, was Du alles erledigt hast. Da bollern die Glückshormone.

Für das, was Du nicht geschafft hast, gibt es einen Eintrag im neuen Wochenplan mit deutlich höherer Priorität als in der Vorwoche – das kannst Du unendlich fortführen, wenn Dir danach ist…

Übrigens: Sasha hat‘s nicht geschafft und fristet sein Leben als Eidechse in einem Feuchtbiotop. Du bist deutlich besser!