Stresstest Jobinterview (Teil 3)

 

  1. Und viele fürchten sich vor der Frage:
    „Welche berufliche Schwäche besitzen Sie?“.
    Nimm sie im Jobinterview ernst. Antworte bloß nicht mit einer versteckten Stärke, denn der Personalverantwortliche möchte nicht für dumm verkauft werden. Zeig, dass Du ein selbstreflektierter Mensch bist

    Mein Tipp:
    Überleg Dir im Vorfeld zum Jobinterview eine Schwäche, die zu Dir passt, aber nicht zu schwerwiegend ist.
    Wenn Du sie nennst („Ich bin manchmal ziemlich übergenau …“),
    sag‘, was Dein Umfeld daran nervt (
    „…und gehe meinen Kollegen damit manchmal ziemlich auf die Nerven“).
    Arbeite heraus, was Du für Dich gelernt hast (
    „Ich achte jetzt sehr viel genauer darauf, anderen stärker zu vertrauen und nicht alles überprüfen zu wollen. Und es gelingt mir immer besser“).

    So kannst Du eine Schwäche „positiv“ verkaufen, indem Du zeigst: Ich arbeite an mir.

  2. Überlege Dir auch vorab eine Antwort auf die mögliche Frage:
    „Was war Ihr größter beruflicher Misserfolg?“.
    Jeder hatte bereits einen solchen Misserfolg – sich also ganz dumm stellen, bringt nix und macht Dich unglaubwürdig.

    Mein Tipp:
    Zeig einfach, dass Du ein reflektierter Mensch bist, der aus seinen Fehlern gelernt hat. („Ich war erst kürzlich in ein größeres xy-Projekt eingebunden. Ein Misserfolg war, ich konnte den Abteilungsleiter Herr Bayer nicht von meiner Idee zu yz überzeugen. Ich habe viel daraus gelernt, z.B. meine Argumentationstechniken deutlich zu verbessern.“)

  3. Auch die Klassiker-Frage:
    Wo sehen Sie sich eigentlich in 5 Jahren bei uns“ ist eine Vorabüberlegung wert.
    Da schaut der zukünftige Arbeitgeber, ob Du Entwicklungspotenzial für die Zukunft zeigst. Aber auch, ob Dich aggressives Karrieredenken treibt.

    Mein Tipp:
    Deine Antwort sollte ausgewogen sein:
    Erstmal solltest Du herausarbeiten, dass Du die neue Position fachlich ausfüllen willst.
    Und auf mittlere Sicht Dein Wunsch, Dich fachlich weiter zu entwickeln oder fortzubilden oder auch Führungsverantwortung (z.B. als Teamleiter) zu übernehmen.

    Aus meiner Erfahrung heraus kann ich Dich beruhigen. Es kommt nicht darauf an, dass Du bei jeder einzelnen Frage die perfekte Antwort lieferst. Denn das wird Dir nicht gelingen. Jeder Interviewpartner beurteilt Deine Performance aus seiner professionellen, jedoch immer subjektiven Sicht.

Die gute Nachricht ist: Am Ende zählt der Gesamteindruck, den Du hinterlassen hast. Authentizität und Glaubwürdigkeit eingeschlossen.