Lande mit Deiner Bewerbung einen Volltreffer

 

Aktuell nehme ich als Personalverantwortlicher Einstellungsverfahren vor. Für Projektmanager, Technische Übersetzer und Business Development Manager. Dies in engem Zusammenspiel mit Geschäftsleitung und Fachverantwortlichen.

Was die Qualität der eingehenden digitalen Bewerbungen betrifft: Die Bilanz ist ziemlich ernüchternd. In den meisten Fällen „verkaufen“ sich Bewerber mit ihrem Lebenslauf und Anschreiben einfach … schlecht.

Klar, dass das Interesse der Personalentscheider häufig sehr schnell verpufft. Denn: Für viele eingehende Bewerbungen wird eine Art Quickcheck vorgenommen. Innerhalb weniger Minuten entscheidet sich: Passt der Bewerber zum Profil? Oder nicht? Sind die Unterlagen ansprechend gestaltet, aussagekräftig, lückenlos und transparent? Und tja, an den letzten Punkten scheitert es oft.

Meine Message an Dich: Verschenke keine Pluspunkte und gebe Dir viel Mühe mit Deinen Bewerbungsunterlagen. Hier ein paar wegweisende Tipps von mir:

  1. Beschäftige Dich mit der Stelle und dem Unternehmen. Arbeite Deine Bewerbungsmotivation kristallklar heraus: Warum willst Du den Job unbedingt, was findest Du cool oder spannend am Unternehmen?
  2. Formuliere ein dynamisches Anschreiben – empfängerorientiert ausgerichtet (mit „Sie“ und „Ihr“-Formulierungen) und arbeite Deinen Mehrwert heraus (was sind Deine ganz besonderen Fähigkeiten und Stärken). Und vergiss nicht Punkt 1!
  3. Gestalte einen aussagekräftigen, lückenlosen, gut lesbaren Lebenslauf mit Aussagen zu den Tätigkeiten, die Du in den einzelnen Positionen ausübst. Ein gut fotografiertes Bewerberbild tut sein Übriges. Immer noch.

Eine gute Bewerbung löst Kopfkino aus und liefert eine klare Vorstellung von Dir und Deinem beruflichen Profil. So kannst Du überzeugen. Auch wenn Dein Lebenslauf Problemzonen aufweist.

Bei Klienten, die häufig recht unerfahren an das Thema Bewerbungen herangehen, stelle ich eine große Hilflosigkeit fest: „Wissen Sie Herr Möckel, das letzte Mal, dass ich mich beruflich bewerben musste – das ist schon 8 Jahre her.“

Das Internet liefert sehr viele unterschiedliche Bewerbungsansätze, sich effektiv zu bewerben. Nicht alle sind tageslichttauglich. Das verwirrt oft mehr, als dass es hilft.

Hier kann Dir ein persönliches Bewerbungscoaching aus dem Dilemma helfen. Denn Bewerbungen sind immer sehr individuell und brauchen eine ebensolche Unterstützung

Karrierecoaching

„Karrierecoaching, seh’ ich etwa so aus, als ob ich das brauche? Echt jetzt!“

Ein Jahr später: „Das mit meinem Geschäftspartner ist so richtig in die Hose gegangen. War ziemlich dumm von mir, wie ich das angepackt habe“ – „Hab ich Dir doch vorher gesagt. Den Kopf freikriegen, vernünftige Überlegungen entwickeln – das kann man besten mit jemandem von außen, der was davon versteht. Kostet zwar was, ist aber eine vernünftige Investition“.

Und Corona stellt viele neue berufliche an Herausforderungen an Dich und an jeden: Was wird sich in der Zukunft ändern? Behalte ich meinen Arbeitsplatz? Strukturiert mein Arbeitgeber um?

Als Business- oder Karrierecoach, der sich voll und ganz auf berufliche Themen spezialisiert, kann ich Dich in vielen Situationen unterstützen.  Wenn Du z.B. in der Jobkrise steckst, Du in Deiner Karriere Entwicklungsmöglichkeiten suchst oder Dich neu orientieren möchtest.

Und wie steuere ich das als beruflicher Coach? Durch Herausfinden Deiner Ziele, kluges (Nach-) Fragen, genaues Zuhören und einen bewussten Wechsel der Perspektiven: Raus aus dem Wald – rein in den Heißluftballon – hoch über den Wolken schweben.

So erhältst Du einen klaren und erweiterten Überblick über den Stand der Dinge. Und ebenfalls ein sicheres Gefühl für Deine beruflichen Möglichkeiten und realistischen Ziele. Die Lösung liegt meistens schon in der Luft, in greifbarer Nähe.

Mit Dir gemeinsam erarbeite ich einen realistischen Maßnahmeplan, damit Du Deine Lösungen mit gestärktem Selbstvertrauen umsetzten kannst. Viel positive Energie für Veränderungen wird in Dir freigesetzt. Schritt für Schritt, mit kurzfristigen Wirkungen für Deine berufliche Situation. Meine Klienten empfinden diesen Prozess oft als unglaublich spannend und entwickeln dabei viel positive Motivation.

Krise als Chance

Auch wenn viele von uns gerade neue, schwierige und sehr existenzielle Erfahrungen machen: Wir sind im Lernmodus. Auf vielfältige Art. Zu unserem Besseren, wie ich finde.

  • Wir lernen, uns in beruflichen Situationen neu zu erfinden, kreativ flexible Formen der Arbeit zu praktizieren und neue Wege zu beschreiten.
  • Wir lernen, mit Angst umzugehen. Manche bleiben gelassen, manche plagen sehr berechtigte Existenzängste. Werde ich meinen Job behalten? Geht meine Firma den Bach runter? Bekomme ich finanzielle Leistungen vom Staat? Es gibt viel Unterstützung und vor allem hilft: Mit Menschen sprechen, denn jeder befindet sich im Lösungs- und Improvisationsmodus.
  • Wir lernen Geduld: Nicht alles muss schnell gehen und sofort sein. Wir können auch mal anderen den Vortritt lassen. Geduld kann das Gegenteil von Aktionismus bedeuten, der die Dynamik unserer (Geschäfts-)Welt ausmacht. Nämlich Gelassenheit zeigen, mehr Verständnis dafür haben, dass andere einen anderen Rhythmus haben und damit den eigenen Stresspegel senken.
  • Wir lernen, dass wir nicht der Mittelpunkt der Welt sind. Plötzlich nehmen wir mehr Anteil am Schicksal anderer. Wir kümmern uns. Wir ordnen Dinge in unserem Kopf neu. Und stellen fest, wie wichtig das soziale Miteinander ist. Nicht nur die eigenen Interessen. Viele teilen Engagement, Wissen und Mitgefühl.
  • Wir lernen, wie wichtig Demokratie ist. Wie effizient sie arbeiten kann, wenn Gesellschaft und Wirtschaft im Krisenmodus sind. Und dass der rechte Rand keine Perspektiven bietet.
  • Wir lernen, wie wichtig öffentlich-rechtliche Medien sind und die Informationen, die sie verbreiten. Was übers Internet an Infos reinflattert – können wir dem vertrauen?
  • Wir lernen, dass wir noch konsequenter die Umwelt schützen müssen. Denn sonst klopft die nächste Pandemie an die Tür. Zu nah kommen sich Mensch und Tier aufgrund der sich radikal verändernder Klima- und Umweltbedingungen.
  • Wir lernen, neue Erfahrungen, Einblicke zu gewinnen. Und zwar in vielfältigen und größeren Zusammenhängen. Vielleicht sind ich und mein Job und meine persönlichen Entwicklungschancen nicht der zentrale Dreh- und Angelpunkt für alles.

Das und noch viele andere sind die wirklichen Chancen der Krise. Heute am Telefon meinte ein Freund zu mir, er glaube nicht an das Gute im Menschen. Es wird sich eh nichts ändern.

Spontan habe ich geantwortet: Mag sein, aber vielleicht ändern sich die Bedürfnisse der Menschen. Zum Beispiel nach menschlicher Nähe und sozialem Miteinander. Damit kann Corona auch der Ausgangspunkt für neue Entwicklungen werden.

Das Lernen, das Ändern von Meinungen und Perspektiven – hoffentlich hört das nie auf.

 

 

People Pleaser und die Kunst des Nein-Sagens

Was bedeutet der Begriff „People Pleaser“, für den es keine 1:1 Übersetzung ins Deutsche gibt? Es ist jemand, der andere freundlich stimmt und alles dafür unternimmt, als beliebter und sympathischer Mensch wahrgenommen zu werden – und seine eigenen Bedürfnisse hintenan stellt.

Das geht vielen von uns so. Wir möchten gemocht werden, tun viel dafür – manchmal zu viel – und ziehen daraus für sich wertvolle Bestätigung.

Im Joballtag (und nicht nur hier) kannst Du damit bei Deinen Kollegen, Mitarbeitern, Vorgesetzten oder Kunden viele Probleme verursachen und wichtigen Respekt verspielen. Indem Du als jemand wahrgenommen wirst,

  • der leicht auszunutzen ist („Petra, kannst Du mal das eben für mich machen…suuuper!)
  • der schon fast vorausschauend und händeringend nach Aufgaben sucht, um andere zu unterstützen („Du Sebastian, ich helfe Dir gerne, dann kannst Du früher nach Hause gehen und mit Deiner Freundin Game of Thrones schauen…“)
  • der einfach nicht ernst zu nehmen ist („Der André macht eh alles…, frag ihn ruhig“)
  • der keine Haltung zeigt („Die Moni widerspricht eh nie, ist halt ein Weichei“)

Konsequenz: Häufig erledigst Du Aufgaben für andere und Deine eigene Arbeit bleibt liegen („Wieso hast Du eigentlich nicht auf die Kundenanfrage xy sofort reagiert?“).

Wenn Du Dein Zeitmanagement und damit Dein Bild nach außen deutlich verbessern möchtest: Sag nicht zu allem Ja und Amen – bestimme selber, was Du tust:

  • Unterscheide: Wirst Du direkt aufgefordert (z.B. von meinem Chef) oder einfach nur gebeten (z.B. von einer Kollegin)
  • Prüfe Deine Prioritäten: Was habe ich selber noch dringend zu erledigen? Was ist dringend, was ist wichtig? Was eventuell beides?
  • Scanne Dein Umfeld: Wer tut mir auch einen Gefallen, wenn ich ihn brauche? Denn es sollte am Arbeitsplatz immer um „Geben und Nehmen“ gehen. Vergiss die Vampire, die bloß Dein Blut aussaugen wollen
  • Wenn Du jemanden einen Gefallen tun willst, prüfe ob es sofort sein muss oder eventuell später
  • Prüfe auch, ob es 100% sein müssen oder schon 30% reichen

Dazu gehört auch Nein-Sagen. Und dies geht auch sanft und freundlich!

  • Bedenkzeit erbeten („Da fühl ich mich gerade überrumpelt, ich muss mal kurz drüber nachdenken…“) – Du kannst in dieser Zeit genau Deine (Arbeits-)situation analysieren
  • Das Nein begründen („Sorry, geht gerade nicht, habe ja die Eilanfrage von Mayer auf dem Tisch liegen…“)
  • Verständnis zeigen („Ich kann absolut verstehen, dass Du dabei Unterstützung brauchst…“)
  • Und ggfs. eine Alternative aufzeigen („… wende Dich doch mal an Herrn Bix, der ist doch Spezialist für…“)
  • Bedanken („Finde ich prima, dass Du dabei an mich gedacht hast!“)
  • Ein Teil-Nein aussprechen („Wenn das bis nächste Woche Zeit hat, stehe ich Dir gerne zur Verfügung“)

 

 

Stresstest Jobinterview (Teil 3)

 

  1. Und viele fürchten sich vor der Frage:
    „Welche berufliche Schwäche besitzen Sie?“.
    Nimm sie im Jobinterview ernst. Antworte bloß nicht mit einer versteckten Stärke, denn der Personalverantwortliche möchte nicht für dumm verkauft werden. Zeig, dass Du ein selbstreflektierter Mensch bist

    Mein Tipp:
    Überleg Dir im Vorfeld zum Jobinterview eine Schwäche, die zu Dir passt, aber nicht zu schwerwiegend ist.
    Wenn Du sie nennst („Ich bin manchmal ziemlich übergenau …“),
    sag‘, was Dein Umfeld daran nervt (
    „…und gehe meinen Kollegen damit manchmal ziemlich auf die Nerven“).
    Arbeite heraus, was Du für Dich gelernt hast (
    „Ich achte jetzt sehr viel genauer darauf, anderen stärker zu vertrauen und nicht alles überprüfen zu wollen. Und es gelingt mir immer besser“).

    So kannst Du eine Schwäche „positiv“ verkaufen, indem Du zeigst: Ich arbeite an mir.

  2. Überlege Dir auch vorab eine Antwort auf die mögliche Frage:
    „Was war Ihr größter beruflicher Misserfolg?“.
    Jeder hatte bereits einen solchen Misserfolg – sich also ganz dumm stellen, bringt nix und macht Dich unglaubwürdig.

    Mein Tipp:
    Zeig einfach, dass Du ein reflektierter Mensch bist, der aus seinen Fehlern gelernt hat. („Ich war erst kürzlich in ein größeres xy-Projekt eingebunden. Ein Misserfolg war, ich konnte den Abteilungsleiter Herr Bayer nicht von meiner Idee zu yz überzeugen. Ich habe viel daraus gelernt, z.B. meine Argumentationstechniken deutlich zu verbessern.“)

  3. Auch die Klassiker-Frage:
    Wo sehen Sie sich eigentlich in 5 Jahren bei uns“ ist eine Vorabüberlegung wert.
    Da schaut der zukünftige Arbeitgeber, ob Du Entwicklungspotenzial für die Zukunft zeigst. Aber auch, ob Dich aggressives Karrieredenken treibt.

    Mein Tipp:
    Deine Antwort sollte ausgewogen sein:
    Erstmal solltest Du herausarbeiten, dass Du die neue Position fachlich ausfüllen willst.
    Und auf mittlere Sicht Dein Wunsch, Dich fachlich weiter zu entwickeln oder fortzubilden oder auch Führungsverantwortung (z.B. als Teamleiter) zu übernehmen.

    Aus meiner Erfahrung heraus kann ich Dich beruhigen. Es kommt nicht darauf an, dass Du bei jeder einzelnen Frage die perfekte Antwort lieferst. Denn das wird Dir nicht gelingen. Jeder Interviewpartner beurteilt Deine Performance aus seiner professionellen, jedoch immer subjektiven Sicht.

Die gute Nachricht ist: Am Ende zählt der Gesamteindruck, den Du hinterlassen hast. Authentizität und Glaubwürdigkeit eingeschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

Stresstest Jobinterview (Teil 2)

Du fühlst Dich hundsmiserabel. Schläfst nicht gut. Wachst mitten in der Nacht auf, kannst nicht mehr einschlafen, musst immer dran denken: Donnerstag 11:20 Uhr: Vorstellungsgespräch! Viele empfinden das Jobinterview wie eine Prüfungssituation, von der alles abhängt.

Die 1. gute Nachricht: Nervosität ist gut. Sie hält Dich wach und hochkonzentriert. Dein Gegenüber erwartet nicht, dass Du komplett relaxt bist. Und hilft Dir im Gespräch, dass Du Dich schnell sicher und selbstbewusst fühlst.

Die 2. gute Nachricht: Bist Du gut vorbereitet, hast Du schon viel gewonnen. Da hilft meine Vorbereitung und Deine gedankliche Vorarbeit. Der Anspannung vor dem Jobinterview wird die Spitze genommen.

Last but not least – Nicht vergessen: Man hat Dich ja eingeladen, weil man Deine Bewerbung ziemlich gut findet. Also: Du hast schon positiven Vertrauensvorschuss. Du bist interessant. Halte Dir das immer vor Augen.

Auch wenn es Problemzonen in Deinem Lebenslauf gibt. Und hier weitere wichtige Tipps für Dich!

1. Identifiziere vor dem Jobinterview alle Deine Schwachstellen im Lebenslauf. Deine Problemzonen. Hast Du Leichen im Keller? Grab Sie aus.
Heisst konkret: Überlege Dir eine positive Erklärung für z.B. eine längere Zeit der Arbeitslosigkeit. Nachdenken lohnt.

Hier einige Beispiele:

Verlagerung des Lebensmittelpunktes von Barcelona nach Stuttgart – Teilnahme an einer beruflichen Orientierungsmaßnahme bei der IHK – Studium von Fachliteratur zum Thema agiles Projektmanagement – Durchführung eines Bauprojektes, einschließlich Finanzierung und Koordination der Gewerke – Selbständigkeit als … – Familienmanagement – Pflege einer nahen Angehörigen – Reise nach Australien (Work and travel, Lernen der Sprache und Landesmentalität, interkultureller Austausch).

2. Schreib Dir Deine „Schwachpunkte“ auf und übe die Antwort auf heikle Fragen im Jobinterview vor dem Spiegel, dann vor einer Person Deines Vertrauens. Hier kannst Du Dir Feedback holen. Mach ein Video mit Deinem Smartphone.
Das gibt Sicherheit und Du musst keine bösen Überraschungen im Jobinterview fürchten.

Entscheidend ist: Wenn Du glaubwürdig und authentisch rüberkommst, verlieren die Schwächen in Deinem Lebenslauf ihre Bedeutung. Und letztlich zählt der Gesamteindruck, den Du hinterlässt.

Demnächst erscheint Stresstest Jobinterview (Teil 3)

Stresstest Jobinterview (Teil 1)

 

Zunächst einmal: Nervosität vor dem Jobinterview ist ganz normal. Dein Interviewer rechnet sogar damit und baut Dir gerne Brücken, damit das Gespräch entspannt verläuft.

Und außerdem: Nervosität ist ziemlich wichtig. Du bleibst hellwach und konzentriert während des Gespräches. Cool bleiben ist keine Option, denn dann kann die Gesprächsdynamik auf der Strecke bleiben. Vielleicht wirkst Du dann sogar überheblich.

Was hilft gegen zu viel Nervosität im Vorfeld?
Mein Tipp: Gute Vorbereitung. Es gibt einige Fragen, die kommen regelmäßig, in der einen oder anderen Variante.

Wenn Du Dich auf diese Fragen gründlich vorbereitest, hast Du einen guten Einstieg ins Interview und kannst kräftig Selbstbewusstsein tanken.

1. Was wissen Sie über unser Unternehmen? – Klar: Sammle im Vorfeld so viele Informationen wie möglich (z.B. Webseite, Videos, Google, Menschen, die eventuell dort arbeiten!) Konzentrier Dich auf das Wesentliches: Produkte, Unternehmenssparten, neue Projekte, Unternehmenswerte.

2. Wirklich interessant für uns ist, aus welchem Grund bewerben Sie sich für diese Stelle bei uns? Und ja! Es geht um Deine Motivation. Überleg Dir ganz genau, was Du gut oder spannend an der Stelle findest. Zeig Begeisterung oder mindestens starkes Interesse. Falls da nichts ist, bewirbst Du Dich vielleicht auf die falsche Stelle.

3. Mal einfacher, mal komplizierter gestellt. Es kommt immer die Frage nach dem beruflichen Werdegang: Bitte schildern Sie uns mal Ihren beruflichen Werdegang!
Arbeite einen roten Faden Deiner beruflichen Stationen aus. Komm auf den Punkt. Werde auf keinen Fall ausschweifend. Behalte dazu auch das Unternehmen und die Stelle im Auge, auf die Du Dich bewirbst. Übe diese „Selbstpräsentation“ vor dem Jobinterview zu Hause – vor dem Spiegel, dann vor einer vertrauten Person. Gebe Dir maximal 3 Minuten! Trage frei vor, lerne nichts auswendig.

4. Oft wirst Du aufgefordert: Bitte nennen Sie uns Ihre 3 größten Stärken! Mach Dir Deine Stärken im Vorfeld klar. Überleg Dir auch, welches positive Feedback Du von Deinen Kollegen, Mitarbeitern, Vorgesetzten bisher erhalten hast. Vielleicht gibt es jemanden den Du fragen kannst. Hast Du 3 Stärken ermittelt: Beschreibe, wie sie sich bei Dir zeigen. Und halte für jede Stärke ein Beispiel bereit, um sie zu illustrieren.

5. Welcher Erfolg war für Sie von besonderer Bedeutung? Auch hier wieder vor dem Jobinterview genau überlegen. Dir fällt bestimmt etwas ein. Auch kleine Erfolge zählen! Erläutere, was an diesem Erfolg für Dich wichtig war. Und wie Du Dein Unternehmen vorangebracht hast.

Und weiter geht’s demnächst im Stresstest Jobinterview Teil 2

In Führung gehen?

Das ist die große Frage: In Führung gehen oder nicht?

Vielleicht planst Du genau diesen Schritt schon seit vielen Jahren. Und plötzlich ist es so weit!

Oder Du wirst ganz unvermutet vor diese Alternative gestellt und fragst Dich:

Soll/will ich das jetzt wirklich oder nicht? Manche haben ganz einfach keinen Bock auf Führung.  Und müssen es dann hinkriegen, sind aber keine guten Führungskräfte. Manche gehen echt blauäugig in Führung, fallen auf die Nase und stellen fest: GANZ falsche Entscheidung – denn Führung sollte man können können und wollen.

Wenn Du klug bist, setzt Du Dich schon frühzeitig mit den folgenden Fragen auseinander:

Will ich eine Fachkarriere verfolgen, ohne Führungsverantwortung. Oder eben wirklich in Führung gehen. Dann bist Du Dir im Klaren und kannst Dich beruflich entsprechend gut ausrichten. Deinen Karriereweg planen, optimalerweise im Rahmen einer Laufbahnentwicklung. Und das in Zusammenarbeit mit Deiner Führungskraft oder der Personalentwicklung.

Ein Blick in den Spiegel zeigt Dir: Wo lagen in der Vergangenheit bzw. liegen im gegenwärtigen Job Deine besonderen Fähigkeiten, Deine Leidenschaften und Potenziale.

Mein Tipp: Gehe die folgenden Punkte zu Führungs- und Fachkraft einfach mal systematisch für Dich durch. Und sei ganz ehrlich zu Dir: Wo sehe ich mich eher…?  Diskutiere  mit anderen, auch solchen, die bereits Vorgesetzte sind oder tausche Dich mit einem Profi aus.

Das zeichnet Dich als erstklassige Führungskraft aus:

  1. Du weißt viel über Führung und siehst diese Aufgabe als Gestaltungsaufgabe, die herausfordert und Spaß macht
  2. Kannst Aufgaben delegieren und möchtest nicht alles selber machen
  3. Hast den Gesamtüberblick über das, was wichtig ist
  4. Kommunizierst die Arbeitsergebnisse auf allen Hierarchieebenen und sorgst für transparente Information
  5. Motivierst gerne Dein Team, auch wenn’s mal schwierig wird
  6. Du behältst die Wirtschaftlichkeit der Abläufe im Auge
  7. Du kannst gut Distanz zu Deinen Mitarbeitern halten

Und das als hervorragende Fachkraft:

  1. Du magst genau die Aufgaben, die ausgeprägtes Fach- oder Spezialistenwissen erfordern
  2. Du vertiefst Dich gerne in diese Aufgaben und möchtest sie selber lösen – und zwar am liebsten von A – Z
  3. Detailarbeit liegt Dir
  4. Du arbeitest lieber mit Kollegen im Team auf gleicher Ebene
  5. Du steckst im Detail und bist ein sehr guter fachlicher Ansprechpartner für Kollegen und Vorgesetzte
  6. Dein Interesse ist nicht darauf ausgerichtet, auf die Beziehungen zu Deinen Mitarbeitern gestaltend Einfluss zu nehmen (etwa wenn Konflikte auftreten)
  7. Dein Augenmerk liegt eher auf der Aufgabe selbst und nicht in deren wirtschaftlichen/strategischen Bedeutung fürs Unternehmen

 

Big Business: Das Anschreiben

Und für so manchen kommt dabei wenig rum.  Eine meiner letzten Klientinnen, eine High Professional mit sehr gutem Masterabschluss in BWL und Auslandssemester: Seit einem Jahr arbeitslos. Kaum Vorstellungsgespräche. Sie verstand die Welt nicht mehr und war zutiefst frustriert.

Nach der Durchsicht ihrer Unterlagen war mir klar, woran es lag: Fades Anschreiben (gähn!), zu wenig aussagekräftiger Lebenslauf (seufz!) und suboptimales Bewerbungsbild.

In einer Zeit, in der sehr viel Wert auf Außenwirkung und virtuelle Performance gelegt wird, rate ich Dir:

Vermarkte Dich wirkungsvoll auf dem Jobmarkt mit der richtigen Sprache und den richtigen Argumenten, um das gewisse Maß an Spannung beim Personalentscheider zu erzeugen.

Hier 5 Tipps für ein dynamisches, erfolgreiches Anschreiben:

  1. Keine langatmige Lebenslaufschilderung, steht ja alles in Deinem CV! Stattdessen unbedingt und glasklar herausarbeiten, welche Vorteile und welchen Nutzen/Gewinn Du dem Unternehmen bietest. Orientiere Dich immer an dem, was das Stellenprofil hergibt.
  2. Warum interessierst Du Dich für den Job, für das Unternehmen? Arbeite Deine Motivation heraus und/oder überlege Dir, wie Du das Unternehmen mit Deiner Unterstützung voranbringen willst.
  3. Formuliere mit empfängerorientierter Sprache (Großgeschrieben: Sie und Ihre/n) und nutze sprachliche Verstärker:
    „Mit meinem Spezialgebiet im Branding möchte ich Sie bei der Entwicklung und Umsetzung internationaler Kommunikationsstrategien unterstützen. Zu meinen stark projektbezogenen Erfahrungen gehören die Einführung und Betreuung zweier Produktmarken in den USA, die sich innerhalb kürzester Zeit zu marktführenden Brands entwickelt haben.
  4. Überlege Dir drei zentrale Stärken, Fähigkeiten, Alleinstellungsmerkmale, mit denen Du klarmachst, dass Du DIE RICHTIGE, DER RICHTIGE für den Job bist. Und beschreibe sie!
    „Kreatives Denken und nachhaltige Orientierung als Motor, Ihre Markenstrategien und -kampagnen kontinuierlich zu optimieren und innovativ im Markt zu verankern
  5. Alles auf max. eine Seite – auf Lesbarkeit (u.a. Schriftgröße, Absätze) sowie Transparenz achten (Klarheit in der Darstellung).

Und natürlich: Wenn Du Unterstützung im Bewerbungsprozess benötigst, warte nicht zu lange – suche Dir professionelle Unterstützung. Nutze das Wissen von Profis, um erfolgreich beim Bewerben zu sein. Besser gleich in eine kluge Bewerbungsstrategie zu investieren.

 

 

 

Von der Selbstständigkeit wieder ins Anstellungsverhältnis?

 

Aus was für Gründen auch immer … Der Personaler beäugt Deinen Wunsch, wieder im Anstellungsverhältnis zu arbeiten, sehr, sehr kritisch:

Kannst Du Dich überhaupt noch in eine bestehende Hierarchie einfügen? Weisungsgebunden arbeiten? Nicht in jeder Situation den Chef raushängen lassen?

Auch wenn ich mir selbst als Karrierecoach und -berater die Frage „Wieder zurück in die Anstellung?“ selbstkritisch beantworten müsste – ich hätte echt meine Probleme, mich wieder in eine bestehende Organisation zu integrieren und nicht mehr meine ganz eigenen Entscheidungen treffen zu können.

Aktuell arbeite ich in einem Karriere-Coaching mit einem Zahnarzt zusammen, der seine Praxis nach 30 Jahren aufgibt, um angestellt als Zahnarzt oder in einem medizintechnischen Beruf zu arbeiten. Keine leichte Hürde, wie Du Dir vorstellen kannst.

Hier sind 5 Tipps, die ich Dir als Karriereberater geben kann:

  1. Frage Dich ganz offen und ehrlich: Bis Du dazu bereit und hast Du die richtige innere Einstellung/Motivation, Dich in eine bestehende Organisation bzw. Hierarchie einzufügen. Geh dieser Frage sehr eingehend nach. Je überzeugender Du sie für Dich beantwortest, desto klarer ist Deine Position nach innen und außen.
  2. Überlege Dir, welche Vorteile und welchen Nutzen Du dem Unternehmen als Selbständiger bietest, z.B. in puncto wirtschaftliches Handeln, unternehmerisches Denken. Formuliere Deine Argumente – je stärker sie sind, desto besser.
  3. Überprüfe: Wie willst Du Dich präsentieren? Auf keinen Fall als dominanter und entscheidungsbestimmender Chef (s. Punkt 1) – denn damit könntest Du Sprengstoff für Deinen Chef und Deine Kollegen/Mitarbeiter werden. Teamfähigkeit muss glaubwürdig rüberkommen.
  4. Finde eine überzeugende Antwort darauf, warum Du die Selbständigkeit verlassen willst – hier kann es persönliche Gründe geben und auch berufliche (z.B. Auftragsschwankungen, neue und hohe Investitionen).
  5. Und damit klar signalisieren: Du gehst nicht aus Not ins Anstellungsverhältnis. Sondern Du tust dies ganz bewusst (sonst wirkst Du wie ein potentieller Absprungkandidat).

Wie Du siehst, ist für den Schritt ins Anstellungsverhältnis die mentale Auseinandersetzung mit Dir selbst wichtig. Nur dann kommst Du glaubwürdig und authentisch rüber – Gespräche und Feedback von außen können Dir helfen.