In Führung gehen?

Das ist die große Frage: In Führung gehen oder nicht?

Vielleicht planst Du genau diesen Schritt schon seit vielen Jahren. Und plötzlich ist es so weit!

Oder Du wirst ganz unvermutet vor diese Alternative gestellt und fragst Dich:

Soll/will ich das jetzt wirklich oder nicht? Manche haben ganz einfach keinen Bock auf Führung.  Und müssen es dann hinkriegen, sind aber keine guten Führungskräfte. Manche gehen echt blauäugig in Führung, fallen auf die Nase und stellen fest: GANZ falsche Entscheidung – denn Führung sollte man können können und wollen.

Wenn Du klug bist, setzt Du Dich schon frühzeitig mit den folgenden Fragen auseinander:

Will ich eine Fachkarriere verfolgen, ohne Führungsverantwortung. Oder eben wirklich in Führung gehen. Dann bist Du Dir im Klaren und kannst Dich beruflich entsprechend gut ausrichten. Deinen Karriereweg planen, optimalerweise im Rahmen einer Laufbahnentwicklung. Und das in Zusammenarbeit mit Deiner Führungskraft oder der Personalentwicklung.

Ein Blick in den Spiegel zeigt Dir: Wo lagen in der Vergangenheit bzw. liegen im gegenwärtigen Job Deine besonderen Fähigkeiten, Deine Leidenschaften und Potenziale.

Mein Tipp: Gehe die folgenden Punkte zu Führungs- und Fachkraft einfach mal systematisch für Dich durch. Und sei ganz ehrlich zu Dir: Wo sehe ich mich eher…?  Diskutiere  mit anderen, auch solchen, die bereits Vorgesetzte sind oder tausche Dich mit einem Profi aus.

Das zeichnet Dich als erstklassige Führungskraft aus:

  1. Du weißt viel über Führung und siehst diese Aufgabe als Gestaltungsaufgabe, die herausfordert und Spaß macht
  2. Kannst Aufgaben delegieren und möchtest nicht alles selber machen
  3. Hast den Gesamtüberblick über das, was wichtig ist
  4. Kommunizierst die Arbeitsergebnisse auf allen Hierarchieebenen und sorgst für transparente Information
  5. Motivierst gerne Dein Team, auch wenn’s mal schwierig wird
  6. Du behältst die Wirtschaftlichkeit der Abläufe im Auge
  7. Du kannst gut Distanz zu Deinen Mitarbeitern halten

Und das als hervorragende Fachkraft:

  1. Du magst genau die Aufgaben, die ausgeprägtes Fach- oder Spezialistenwissen erfordern
  2. Du vertiefst Dich gerne in diese Aufgaben und möchtest sie selber lösen – und zwar am liebsten von A – Z
  3. Detailarbeit liegt Dir
  4. Du arbeitest lieber mit Kollegen im Team auf gleicher Ebene
  5. Du steckst im Detail und bist ein sehr guter fachlicher Ansprechpartner für Kollegen und Vorgesetzte
  6. Dein Interesse ist nicht darauf ausgerichtet, auf die Beziehungen zu Deinen Mitarbeitern gestaltend Einfluss zu nehmen (etwa wenn Konflikte auftreten)
  7. Dein Augenmerk liegt eher auf der Aufgabe selbst und nicht in deren wirtschaftlichen/strategischen Bedeutung fürs Unternehmen

 

Big Business: Das Anschreiben

Und für so manchen kommt dabei wenig rum.  Eine meiner letzten Klientinnen, eine High Professional mit sehr gutem Masterabschluss in BWL und Auslandssemester: Seit einem Jahr arbeitslos. Kaum Vorstellungsgespräche. Sie verstand die Welt nicht mehr und war zutiefst frustriert.

Nach der Durchsicht ihrer Unterlagen war mir klar, woran es lag: Fades Anschreiben (gähn!), zu wenig aussagekräftiger Lebenslauf (seufz!) und suboptimales Bewerbungsbild.

In einer Zeit, in der sehr viel Wert auf Außenwirkung und virtuelle Performance gelegt wird, rate ich Dir:

Vermarkte Dich wirkungsvoll auf dem Jobmarkt mit der richtigen Sprache und den richtigen Argumenten, um das gewisse Maß an Spannung beim Personalentscheider zu erzeugen.

Hier 5 Tipps für ein dynamisches, erfolgreiches Anschreiben:

  1. Keine langatmige Lebenslaufschilderung, steht ja alles in Deinem CV! Stattdessen unbedingt und glasklar herausarbeiten, welche Vorteile und welchen Nutzen/Gewinn Du dem Unternehmen bietest. Orientiere Dich immer an dem, was das Stellenprofil hergibt.
  2. Warum interessierst Du Dich für den Job, für das Unternehmen? Arbeite Deine Motivation heraus und/oder überlege Dir, wie Du das Unternehmen mit Deiner Unterstützung voranbringen willst.
  3. Formuliere mit empfängerorientierter Sprache (Großgeschrieben: Sie und Ihre/n) und nutze sprachliche Verstärker:
    „Mit meinem Spezialgebiet im Branding möchte ich Sie bei der Entwicklung und Umsetzung internationaler Kommunikationsstrategien unterstützen. Zu meinen stark projektbezogenen Erfahrungen gehören die Einführung und Betreuung zweier Produktmarken in den USA, die sich innerhalb kürzester Zeit zu marktführenden Brands entwickelt haben.
  4. Überlege Dir drei zentrale Stärken, Fähigkeiten, Alleinstellungsmerkmale, mit denen Du klarmachst, dass Du DIE RICHTIGE, DER RICHTIGE für den Job bist. Und beschreibe sie!
    „Kreatives Denken und nachhaltige Orientierung als Motor, Ihre Markenstrategien und -kampagnen kontinuierlich zu optimieren und innovativ im Markt zu verankern
  5. Alles auf max. eine Seite – auf Lesbarkeit (u.a. Schriftgröße, Absätze) sowie Transparenz achten (Klarheit in der Darstellung).

Und natürlich: Wenn Du Unterstützung im Bewerbungsprozess benötigst, warte nicht zu lange – suche Dir professionelle Unterstützung. Nutze das Wissen von Profis, um erfolgreich beim Bewerben zu sein. Besser gleich in eine kluge Bewerbungsstrategie zu investieren.

 

 

 

Von der Selbstständigkeit wieder ins Anstellungsverhältnis?

 

Aus was für Gründen auch immer … Der Personaler beäugt Deinen Wunsch, wieder im Anstellungsverhältnis zu arbeiten, sehr, sehr kritisch:

Kannst Du Dich überhaupt noch in eine bestehende Hierarchie einfügen? Weisungsgebunden arbeiten? Nicht in jeder Situation den Chef raushängen lassen?

Auch wenn ich mir selbst als Karrierecoach und -berater die Frage „Wieder zurück in die Anstellung?“ selbstkritisch beantworten müsste – ich hätte echt meine Probleme, mich wieder in eine bestehende Organisation zu integrieren und nicht mehr meine ganz eigenen Entscheidungen treffen zu können.

Aktuell arbeite ich in einem Karriere-Coaching mit einem Zahnarzt zusammen, der seine Praxis nach 30 Jahren aufgibt, um angestellt als Zahnarzt oder in einem medizintechnischen Beruf zu arbeiten. Keine leichte Hürde, wie Du Dir vorstellen kannst.

Hier sind 5 Tipps, die ich Dir als Karriereberater geben kann:

  1. Frage Dich ganz offen und ehrlich: Bis Du dazu bereit und hast Du die richtige innere Einstellung/Motivation, Dich in eine bestehende Organisation bzw. Hierarchie einzufügen. Geh dieser Frage sehr eingehend nach. Je überzeugender Du sie für Dich beantwortest, desto klarer ist Deine Position nach innen und außen.
  2. Überlege Dir, welche Vorteile und welchen Nutzen Du dem Unternehmen als Selbständiger bietest, z.B. in puncto wirtschaftliches Handeln, unternehmerisches Denken. Formuliere Deine Argumente – je stärker sie sind, desto besser.
  3. Überprüfe: Wie willst Du Dich präsentieren? Auf keinen Fall als dominanter und entscheidungsbestimmender Chef (s. Punkt 1) – denn damit könntest Du Sprengstoff für Deinen Chef und Deine Kollegen/Mitarbeiter werden. Teamfähigkeit muss glaubwürdig rüberkommen.
  4. Finde eine überzeugende Antwort darauf, warum Du die Selbständigkeit verlassen willst – hier kann es persönliche Gründe geben und auch berufliche (z.B. Auftragsschwankungen, neue und hohe Investitionen).
  5. Und damit klar signalisieren: Du gehst nicht aus Not ins Anstellungsverhältnis. Sondern Du tust dies ganz bewusst (sonst wirkst Du wie ein potentieller Absprungkandidat).

Wie Du siehst, ist für den Schritt ins Anstellungsverhältnis die mentale Auseinandersetzung mit Dir selbst wichtig. Nur dann kommst Du glaubwürdig und authentisch rüber – Gespräche und Feedback von außen können Dir helfen.

 

 

Chaotisch und Verpeilt? – Der Wochenplan hilft beim Strukturieren

Das war vielleicht das Krasseste, was ich je in einem Bewerbungscoaching erlebt habe:

Sasha (Name geändert) befindet sich in einem immerwährenden Murmeltiermodus: 16:30 bis 3:00 Uhr gamen bis es kracht – pennen bis 11:30 – gediegenes Frühstück (immer Rührei mit Speck!) – und ab dann so ein bisschen unkontrolliertes Bewerben. Bis 16:30 Uhr und danach …  Das Leben als ewiger Kreislauf von WDHs – wie im analogen Fernsehen.

Konsequenz: Sasha bekam echt nicht viel Sonne ab. Weißer, käsiger Teint. Seine Bewerbungen waren sub-erfolgreich – klaro, er war ja für Personaler auch nur zu ausgewählten Tageszeiten erreichbarr.  Das schon seit 2 Jahren – mit Spuren innerer Vernachlässigung.

Dir geht’s mit Sicherheit nicht so dramatisch! Vielleicht aber doch ein bisschen. Verzetteln und verbummeln macht ja unseren (Arbeits-)alltag oft recht schwierigl

Was hilft da wirklich?

Ich empfehle einen Wochenplan (Montag bis Sonntag). Der hilft Dir, in Deinem beruflichen und privaten Alltag einen roten Faden herauszuarbeiten. Das motiviert ungemein.

Du solltest dabei für jeden einzelnen Tag Dinge definieren, die erledigt werden müssen, sollen oder können. Das betrifft Arbeit, Freizeit, Familie, Sport oder Chillen.

Überlege Dir genau, was für die Woche anliegt. Welche Tätigkeit sollen wann mit welcher Prio (von 1 bis 3) erledigt werden. Diese kannst Du farblich unterschiedlich in Deinem Plan eintragen. Reserviere unbedingt Zeitfenster. Und ganz wichtig: Kalkuliere Zeitpuffer ein.

Beispiel:
Montag mit den Zeitfenstern 9 – 12 Uhr für den Moderationsworkshop und 14:30 bis 17:00 Uhr für den Kundenbesuch Siemens. Der Zeitpuffer zwischen 12:00  und 14:30 Uhr ermöglicht Dir vieles: Vorbereitung, Nachbereitung von Themen und die Gelegenheit zur Mittagspause.

Ganz wichtig: Reserviere Dir ganz bewusst Pausen, z.B. Mittagspause von 13:20 bis 14:00 Uhr.

Bist Du wie ich selbständig, könntest Du Dir auch ganz bewusst einen Tag Homeoffice in den Plan eintragen – das ist gut für den langweiligen Kram, wie Rechnungen schreiben oder Ablage.

Bitte auch Freizeit- oder Familienaktivitäten bewusst und konsequent in den Plan aufnehmen, z.B. Donnerstag ab 19:00 Uhr Essen mit Partnerin. Denn das ist wichtig! Ein Kübel voller Dankbarkeit wird über Dir ausgeschüttet werden, versprochen.

Sogar das Wochenende kannst Du integrieren. Bei mir ist z.B. Sonntagvormittag – wenn nämlich Gott und die Welt pennt –  perfekt für das Schreiben von Blogbeiträgen.

Hast Du den Wochenplan erstellt, druck ihn farbig aus. Halte ihn ein! Am Sonntag kannst Du abhaken, was Du alles erledigt hast. Da bollern die Glückshormone.

Für das, was Du nicht geschafft hast, gibt es einen Eintrag im neuen Wochenplan mit deutlich höherer Priorität als in der Vorwoche – das kannst Du unendlich fortführen, wenn Dir danach ist…

Übrigens: Sasha hat‘s nicht geschafft und fristet sein Leben als Eidechse in einem Feuchtbiotop. Du bist deutlich besser!

 

 

 

 

Coach yourself!!! Gut aufgestellt in den neuen Job

Coach yourself – Mit Blick darauf, worauf es für Dich beruflich ankommt

Dich selber ein bisschen besser kennenlernen. Eine der wichtigsten Voraussetzung, den richtigen Job zu finden und Deine Stärken und Anliegen klar zu kommunizieren. Ich treffe viele echt smarte Leute, die zwar einen Plan davon haben, was sie so auszeichnet – die sich aber sehr schwertun, passende Worte dafür zu finden. Und damit wirkungsvolles Selbstmarketing zu betreiben.

Hier ist für Dich ein Fragebogen, den ich erfolgreich vor meinen Coachings/Beratungen einsetze, um Werte, Fähigkeiten und Erwartungen mal klar auf den Tisch zu legen.

Nimm Dir ein bisschen Zeit, gönn Dir nen Rooibos-Tee oder ein Glas Wein und mach Dir Gedanken – am allerbesten schriftlich! Und sei ehrlich zu Dir, denn niemand schaut Dir über die Schulter, nur Du selbst.

Am Anfang einige Werte-Fragen – fast philosophisch –, die sehr viel Aufschluss über Dein Mindset geben:

  1. Das Feuer in Dir! Wofür brennst Du?
  2. Wohin möchtest Du Dich beruflich bewegen?
  3. Was möchtest Du damit erreichen?
  4. Wenn Du an Dein jüngeres 18-jähriges „Ich“ einen Brief schreiben könntest, welche Ratschläge würdest Du Dir auf den zukünftigen Weg mitgeben?

Nun einige Fragen zu Deinen beruflichen/persönlichen Fähigkeiten und Erfahrungen. Wenn Du kannst, formuliere dazu auch Beispiele. Mach‘s so konkret wie möglich!

  1. Welche positiven Rückmeldungen hast Du in letzter Zeit im Job erhalten?
  2. Bei welchen Tätigkeiten bist Du nach eigener Einschätzung effektiver als Andere?
  3. Um welche Eigenschaften wirst Du von Anderen „beneidet“?
  4. Deine beste/r Freund/in traut Dir echt viel zu. Wie würde sie/er dies mir als Coach gegenüber begründen?
  5. Bei welchen Arbeiten kannst Du alles um Dich herum vergessen?
  6. Mal kritisch hingeschaut: Welche Eigenschaften und Talente schlummern in Dir, die Du bis jetzt noch nicht nutzen konntest?
  7. Auf welche beruflichen Fähigkeiten bist Du besonders stolz?
  8. Was waren für Dich ganz besondere berufliche Erfolge?
  9. Welchen Eigenschaften verdankst Du diese Erfolge?
  10. Auf welche Eigenschaften bist Du besonders stolz, die Du in einer schwierigen Situation oder Krise unter Beweis gestellt hast?

Wenn Du Dich auf eine neue Stelle bewirbst, halte ich es für sehr wichtig, dass Du Dir über Deine Erwartungen „glas“-klar wirst. Nur so kannst Du mit offenem Visier in die Gespräche gehen und raushören was Dir wichtig ist – oder gezielt nachfragen.

  1. Welche Erwartungen hast Du an Dein (Wunsch)-Unternehmen?
  2. Und welche Erwartungen an Deinen konkreten Job bzw. Arbeitsplatz als z.B. Controllerin, Einkäufer, Abteilungsleiterin IT?

Ungeliebt, verhasst und verflucht: Die Bewerbung

 

Ungeliebt, verhasst und verflucht: Die Bewerbung

Jobwechsel und Stellensuche. Bewerbungen schreiben müssen. Und eigentlich gibt es kein Entkommen. Fast alle fühlen sich überfordert. Ganz besonders, wenn es bei Dir darum geht, Selbstmarketing in eigener Sache zu machen. Aber mal ganz ehrlich – hier in Deutschland geht’s nicht ohne. Da hilft kein Strecken und kein Beben.

  1. Alles fängt mit einem guten Bewerbungsfoto an. Bist Du attraktiv? Schön! Damit lässt sich trotz allem nicht zwangsläufig der Hauptpreis gewinnen. Bist Du’s eher nicht? Alles gut! Vielleicht kommst Du auf einem wirklich guten Bewerbungsfoto 1000 mal besser rüber, als Du denkst – so wie Du es Dir in selbst den wildesten Träumen nicht vorstellst. Da habe ich schon echte Überraschungen erlebt.
    In jedem Falle gilt: Lass Dich top fotografieren. Von einem Fotografen, der sein Business und was von Bewerbungsfotografie versteht. Schau auf seine Homepage. Und sei verdammt kritisch bei der Auswahl, der Kleidung und dem Foto-Setting.
  2. Der digitale Lebenslauf ist auch nicht aus Pappe. Aber immerhin: Da ist ja jetzt schon ein tolles Bewerbungsfoto drauf.
    Muss nun der Lebenslauf auf eine Seite passen? Absoluter Quatsch, finde ich. Du willst bzw. MUSST ihn ja aussagekräftig, übersichtlich und transparent gestalten. Und er muss INFORMATIV sein, ohne Lücken. Und wenn Du welche hast, fülle sie kreativ aus. Einem Karrierecoach wie mir fällt dazu immer ne Menge ein!
  3. Und das digitale Anschreiben? Bitte nicht einfach einen Lange – gähn! -weiler, sondern ein echtes Motivationsanschreiben. Empfängerorientiert. Den Nutzen/die Vorteile für‘s Unternehmen betonend. Cool, klar und dynamisch.
    Empfängerorientiert bedeutet: Formulierungen benutzen, die Sie und Ihre/r als direkte Ansprache enthalten. Das spricht den Personalentscheider direkt und unmittelbar an.
    Und nutzenorientiert? Arbeite Deine Stärken (Alleinstellungsmerkmale) für die konkrete Stelle heraus. Und die Vorteile, die Du bietest. Sag damit dem Entscheider, dass Du genau die richtige Frau oder der richtige Mann für den Job bist.Viele erfolglose Bewerbungen zu schreiben frustriert echt. Und meine Erfahrung als Bewerbungscoach sagt: Es geht viel – und das noch wesentlich besser.

Drum mein Rat: Wenn Dir das hier alles zu lockerleichtundfluffig rüberkommt oder Du Dich bleischwer fühlst: Hol Dir professionelle Hilfe von aussen – bevor Du in den Brunnen fällst oder Bewerbungen unendlich werden. Ist gut investiertes Geld in Deine Zukunft.

Wenn‘s kracht im Gebälk – Wie bringe ich meine Messages im Job gut rüber?

 

Das hört sich schon heftig an: „Gewaltfreie Kommunikation“ (GFK). Wie direkt vom Kampffeld der Heere gegen die Weißen Wanderer in Game of Thrones.

Hinter GFK versteckt sich jedoch eine sehr kluge Methode, wie Du Botschaften „gut“ rüberbringen kannst, ohne gleich einen Gegensturm auszulösen.

„Nicole … Mensch, sei doch endlich freundlich am Telefon und versuch bitte mal, vernünftig zu performen und nicht alle Kunden gleich zu verprellen“.

So ähnliche Reaktionen auf Verhalten passieren häufig im Job. Und Nicole ist garantiert ziemlich sauer, denkt für sich: „So ein…“. Damit klopft wahrscheinlich das nächste Kommunikationsproblem an die Tür: KONFLIKT!

Es geht aber besser. Marshall Rosenberg liefert mit dem GFK-Modell ein hilfreiches Vorgehen für bessere Kommunikation. Es hilft, Dich so gegenüber dem Anderen zu äußern, dass eben keine Kränkung, Beleidigung oder Aggression entsteht. Damit Deine Beziehung zu Mitarbeitern, Kollegen und Chefs weiterhin stabil bleiben.

So kannst Du vorgehen, hier am Beispiel von Nicole – in 4 Schritten

  1. Nimm eine strenge Trennung von Bewertung und Beobachtung vor.
    Heißt: Schildere exakt und präzise die Tatsachen, die Du konkret beobachtet hast:
    „Heh Nicole, Montag und heute morgen habe ich gehört, wie Du zu unseren Kunden lautstark am Telefon gesagt hast – Originalton: „Jetzt stellen Sie sich nicht so an“ und „Wenn Sie nicht wollen, dann gehen Sie doch woanders hin“.

  2. Beschreib das Gefühl, das diese Aussage in Dir augelöst hat:
    „Das hat mich sehr ärgerlich gemacht, …“

  3. Sage dann, was Dir wichtig ist bzw. welche Werte in Deinen Augen verletzt werden:
    „…weil ich sehr viel Wert auf einen freundlichen und professionellen Umgangston mit unseren Kunden lege.“

  4. Und dann schließt Du mit einer Bitte ab, die plötzlich ein starkes Gewicht bekommt:
    „Darum bitte ich Dich ab sofort um einen sachlichen Umgangston am Telefon. Und falls Du Probleme mit einem Kunden hast, sprech mich bitte an.“

Was passiert jetzt und was ist anders?
Nicole ist sicherlich nicht glücklich – wird diese Worte aber als sachliche, konstruktive und nachvollziehbare Kritik empfinden. Und die Bitte, die Du aussprichst hat massives Gewicht. Wirkt aber nicht als Angriff und nimmt deshalb Nicole auch mit.

Am Anfang ist diese Art zu sprechen und argumentieren ungewöhnlich. Denn sie setzt voraus, dass Du Dir schon im Vorfeld genau überlegst, wie Du das Gespräch führen und mit welchen Tatsachen Du argumentieren möchtest.

Deshalb mein Tipp:
Übe diese 4 Schritte. Am Anfang testweise vor dem Spiegel. Dann ein paarmal in alltäglichen Situationen – bis Du mit der Methode vertrauter bist. Setz sie einfach mal gezielt in einer schwierigen Situation ein. Du wirst den Unterschied merken.

Frauen – Elternzeit – und dann…?

Elternzeit – und dann…?

Vor kurzem coachte ich eine Brand-Managerin, die nach kurzer Elternzeit einen Wiedereinstieg im Job suchte. Und zwar im alten. Und das mit 4 Kindern (!) – das jüngste 4 Jahre alt. Alles eng abgestimmt und abgesprochen mit ihrem Partner. Keine helfenden Eltern oder Schwiegereltern als Back-up.

Was mich beeindruckte: Viele Kinder – Familienmanagement auf 2 partnerschaftlichen Schultern, nicht nur auf der der Frau.

Kurz danach im Coaching: Eine Textilingenieurin, vor der Elternzeit tätig im Bereich der Qualitätssicherung in der Automobilindustrie. Tolles Profil. 2 Jahre nach der Geburt ihres Sohnes auf der Suche nach einem beruflichen Wiedereinstieg.. Jetzt nur zu 25 Stunden in der Woche.

„Hmm“ frage ich, „und Ihr Mann, kann der Sie nicht unterstützen, damit Sie mehr arbeiten?“ „Nein, das müssen Sie verstehen, er ist stark in seinem Job eingespannt, hat ne Menge Verantwortung, viele wichtige Termine, muss auch viel reisen…“

Das höre ich oft, fast immer! Und frustriert mich. Der Subtext lautet nämlich: „Die Arbeit meines Mannes ist wichtig – wichtiger als meine!“

Und – konsequent zu Ende gedacht:
„Meine Gene als Frau bestimmen mich dazu, zu Hause zu bleiben und mich zu mindestens 50% den Kindern zu widmen. Ich will ja auch keine Rabenmutter sein. Darum ordne ich mich unter. Selbstverständlich gerne. Und nehme dafür willentlich und wissentlich beruflich nachteilige Konsequenzen in Kauf, die ich für die Zukunft gar nicht abschätzen kann, z.B. im Falle einer Trennung.“

Zurück zu meinem letzten Beispiel:
Die Textilingenieurin war nun auf der Suche nach einer für sie geringwertigeren Teilzeit-Stelle als Assistentin, u.a. beim Landtag Stuttgart. Aufgaben: Vorbereitung von Meetings, Organisation von Veranstaltungen, Reisen etc.
Fast hätte ich gesagt: „Echt jetzt? Dann war‘s das eben. Spätere Rückkehr in den alten Job fast ausgeschlossen. Wozu denn dann das Studium und alles andere?“

Was ich mir wünsche? Dass Frauen – schon bevor sie in die Familienplanung gehen – ihre Männer in die partnerschaftliche Verantwortung nehmen, um ihre Karrierechancen gleichberechtigt weiter zu verfolgen und wahrzunehmen. Das wäre fair – ungeachtet Kita, Kindi, Schule, miesen Öffnungszeiten und Betreuungskosten.

Gelebte Frauenemanzipation – dann müssen Männer umdenken. Veränderungen fangen im Kleinen an, nämlich im eigenen persönlichen Umfeld.

Dass dies funktionieren kann, zeigt sich konkret in meinem persönlichen Umfeld in mindestens 3 Fällen. Das beweist auch das Beispiel der Brand-Managerin.

Zusammen mit der Textilingenieurin habe ich einen Ansatz entwickelt, der an ihrem vorherigen Job anknüpft. Sie könnte sich wieder einen Job in der Qualitätssicherung suchen, zu 25 Stunden im Unternehmen arbeiten und zusätzlich den Rest flexibel im Home-Office – Unterstützung des Partners vorausgesetzt. Ist ein Ansatz, oder?

Führungskräfte – Besser sein als ihr Ruf

Führungskräfte – Besser sein als ihr Ruf

„Ja gut, bei uns in der Firma, die ist ja klein, hat niemand Führung gelernt. Man macht das einfach mal“ – „Führung, da spürt man bei unserer Chefin gar nichts“ – „Gut, ich will Karriere machen, da gehört Führung einfach dazu, ob ich will oder nicht“ – „Ich übernehme bald das Team, da hab‘ ich jetzt schon schlaflose Nächte“.

Am Wochenende hatte ich wieder eines jener Gespräche, die ich nur zu gut kenne. Jeder um mich herum weiß oder ahnt, was ich als Karriereberater mache und darum landen wir immer wieder beim Thema Führung.

Was ist das Geheimrezept für gute Führung? Warum kommen einige Chefs sehr gut bei ihren Mitarbeitern an. Und andere wenig gut bzw. überhaupt nicht an? Obwohl sie BWL studiert haben, Assessment-Center erfolgreich durchlaufen haben, haufenweise Leadership-Fachliteratur gelesen oder an Führungskräfteschulungen teilgenommen haben.

Klavierspieler – als Führungskraft solltest Du in meinen Augen genau das sein: Eine breite Klaviatur spielen, auf die Melodie achten – sie immer wieder anpassen, mal schneller, mal langsamer. Viel Üben und mit Fingerfertigkeit die Klaviertasten spielen, mal leicht, mal etwas stärker. Selbst wenn das Klavier etwas missgestimmt ist, kannst Du eine Musik erschaffen.

Dieses Bild soll verdeutlichen, wie wichtig es ist, neben der Fachlichkeit ein Ohr für die Stimmung im Team zu haben. Eine Beziehung zu Deinen Mitarbeitern aufzubauen und sie in ihrer beruflichen Rolle aktiv zu fördern und zu fordern. Und durch eigene Authentizität Engagement überzeugen und damit Motivation zu erzeugen.

Und hier spielen Deine persönlichen Werte im Führungsalltag eine herausragende Rolle! Für mich funktioniert Führung im Alltag tatsächlich nur dann optimal, wenn Du Deine Mitarbeiter tatsächlich magst, wenn Du sie gerne führst – eben weil Du die Führung als sehr wichtige Gestaltungsaufgabe wahrnimmst, auch in schwierigen Zeiten, wenn Konflikte im Team den Ton angeben. Menschlich sein, sichtbar sein, häufig kommunizieren und bewusst eine Vorbildfunktion einnehmen – das schafft Vertrauen und bringt die Mitarbeiter auf Deine Seite.

Nur so kannst Du, ganz im Sinne einer auf Zweiheit ausgerichteten (dyadischen) Führung eine echte Zweierbeziehung zu jedem Deiner Mitarbeiter aufbauen und Deine Führung individuell ausrichten: Der eine braucht stärkere Führung, die andere übernimmt liebend gerne Aufgaben, die sie herausfordert. Eine echte Chance, um Deine Mitarbeiter – die Tasten Deines Führungsklaviers – richtig anzuspielen.

Selbstreflektion hilft: Was ist Dir als Führungskraft wichtig? Welche Erwartungen hast Du an Dich selbst? Welche die Mitarbeiter und welche mein Vorgesetzter an Dich?

Black Box: Coaching – Was passiert da eigentlich genau?

 

Kürzlich saß eine junge HR-Spezialistin bei mir, richtig blass um die Nase und gestand mir: „Pfff – Das war jetzt für mich richtig schwierig, zu Ihnen zu kommen – ich weiß gar nicht so richtig, worauf ich mich jetzt einlasse…“

Coaching. Wie geht jemand wie ich vor? Genau dieses Geheimnis möchte ich nun lüften.

Mein Vorgehen richtet sich sehr stark am Kurzzeitcoaching nach John Whitmore aus – intuitiv und flexibel im Gespräch mit Dir – mit dem Blick darauf, was Du direkt in Deiner Situation unternehmen kannst.

Da stehen für Dich und mich u.a. folgende Fragen im Vordergrund:

  1. Was ist Dein Ziel fürs Coaching?
    Was möchtest Du in der gegenwärtigen Situation erreichen und welche konkreten Ziele ergeben sich daraus? Macht Dich das Ziel zufrieden? Ist es realistisch zu erreichen? Bis wann willst Du es erreichen? Welche Zwischenziele sind für Dich möglich?
  2. Wie sieht Deine gegenwärtige Situation aus?
    Wie ist Deine momentane Situation, was ist daran problematisch? Wieviel Einfluss hast Du darauf? Wer ist beteiligt? Was tun die anderen? Was hast Du bisher unternommen, um die Situation zu verbessern? Was hält Dich ab, aktiv zu werden?
  3. Dein Handlungsspielraum?
    Welche Alternativen hast Du? Wie schwierig sind diese für Dich? Welche unerwünschten Nebeneffekte könnten sie haben? Was ist der Nutzen, was sind die Risiken? Welche Hindernisse gibt es? Wer könnte Dich unterstützen?
  4. Welche konkrete Handlungsschritte wirst Du unternehmen?
    Was sind Deine nächsten Schritte und wann bzw. wie genau wirst Du sie ausführen? Welchen Preis zahlst Du für das Risiko, das Du eingehst? Was kannst Du gewinnen? Was kann Dir in den Weg kommen? Wer muss informiert werden? Welche Unterstützung brauchst Du von wem?

Meine große Stärke im Coaching mit Dir muss sein, genau hinzuhören, mich in Deine berufliche Situation hinein zu versetzen. Kluge Fragen zu stellen, um zu den Wahrheiten „dahinter“ vorzustoßen. Und Dich selbstbewusst die nächsten Schritte gehen zu lassen – eben raus aus der Black Box.